[ Direkt zum Inhalt ]

REBIRTH Kein Licht ohne Schatten

Über gesellschaftliche Zäsuren und Neuanfänge

04/2020

15 € | Im Abo 96 € / Jahr (4 Hauptausgaben + 4 Sonderausgaben inkl. Versand)

Jetzt bestellen

REBIRTH Kein Licht ohne Schatten

04/2020

Die Corona-Pandemie hat auf beispiellose Art und Weise eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit gesetzt. Als Gesellschaft müssen wir diese einerseits ertragen, andererseits sollten wir sie auch aktiv nutzen. Wenn wirklich jedem (Neu-) Anfang ein Zauber innewohnt, beweisen das die unzähligen Akteurinnen und Akteure unserer Stadtgesellschaft, die in den vergangenen Monaten den „Tod ihres Alltags“ zum Anlass genommen haben, um neue Lebenswirklichkeiten und Strategien zu entwickeln, die o.g. „neue Normalität“ mindestens erträglich, wenn nicht sogar lebenswert machen. In diesem Kontext braucht es keine bestimmte religiöse Bestimmung, um an REBIRTH/Wiedergeburt zu glauben, sondern nur offene Augen und ein waches Bewusstsein für das, was um uns herum geschieht. Werte wie Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft oder Zusammenhalt erfahren genauso eine Wiedergeburt wie die Besinnung auf Wesentliches, die Überzeugung, dass weniger wirklich mehr sein kann und die Erkenntnis, dass menschliches Miteinander und nicht materieller Konsum das höchste Gut unserer Existenz ist. Dass es für diese Einsichten scheinbar eines Virus bedarf, ist wortwörtlich „natürlich“ erschreckend. Im Bestfall lassen die Einsichten und Erfahrungen dieses Jahres jedoch Raum für die Wiedergeburt eines längst verlorenen gegangenen Gefühls, nämlich dem der Demut.

Inhalt

REBIRTH

Seite 03

Editorial

Seite 06

Inspiration

Kulturprogramm in traditionellem Gewand

Dem Theaterprogramm inmitten eines außergewöhnlichen Gebäudes folgen – darauf können sich die Besucherinnen und Besucher des bald öffnenden Guangzhou Show Theatres freuen. Das Design des Architekturbüros Steven Chilton Architects ist inspiriert von einem Seidenschal. Es verweist damit auf Guangzhous historische Bedeutung für den Handel mit dem chinesischen Luxusgut Seide.

Seite 08

Vision

Zukunftsvisionen der Forschung im öffentlichen Diskurs

Der Lijia Smart Park übersetzt die innovativen und nachhaltigen Ambitionen der Geek Community in einen spektakulären Gebäudekomplex. Als Forschungszentrum fungiert er als zukunftsweisender Kreativraum und inspiriert seine Nutzerinnen und Nutzer zu einem anregenden Diskurs, der die Öffentlichkeit miteinbezieht.

Seite 10

Unity

Alte Mühle in Dublin verwandelt sich in nachhaltigen Holz-Hybrid

Holz, ein seit Jahrtausenden weltweit traditionelles Baumaterial, wurde im modernen Städtebau viel zu lange von weniger umweltfreundlichen Materialien wie Beton oder Stahl verdrängt. In letzter Zeit erlebt Holz als Baustoff jedoch einen deutlichen Aufschwung. Ein Stück Natur kehrt

Seite 12

Rebirth

News

Seite 14

Eine Frage der Haltung

Mein Wunschzettel für die Stadt der Zukunft in Zeiten der Pandemie

Grundsatzbeitrag von Dr. Sven Sappelt

"Was schon marode war, geriet jetzt erst recht unter Druck, und legt die Vermutung nahe, dass zumindest ein Teil der Co- rona-Hilfspakete lediglich zu kompensieren versucht, was zuvor vernachlässigt worden ist. Damit eröffnet die Krise allerdings auch Chancen: nämlich, dass wir nun endlich einiges von dem, was liegen geblieben war, gemeinsam neu angehen."

Seite 16

The rise of the soft city

Why we are just a stone's throw away from the vision of a better city

When it comes to city planning the smart city seems to be the dictate of the hour as the functionalistic approach had been for almost 65 years. After an exclusive group of European architects and city planners had met in Athens in 1933 in order to sign the radically game-changing CIAM Charter of the City planning it was not until 1998 that a complete turnaround took place.

Seite 20

Über den Wert der Beständigkeit

Erkennen. Respektieren. Weiterentwickeln

Im Gespräch mit Ana Vollenbroich und Annelen Schmidt-Vollenbroich, Gründerinnen und Geschäftsführerinnen der NIDUS GmbH

„Ein gutes Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass es keinerlei Beiwerk braucht, sondern aus sich heraus bereits eine gewisse Ästhetik, eine gute Nutzbarkeit und eine gute Drittverwendbarkeit mit sich bringt.“

Seite 24

Kein Dach bleibt ungenutzt

Neuer nachhaltiger Stadtteil für Utrecht

In Utrecht wird das ehemalige Gewerbegebiet Merwede künftig zu einem modernen und nachhaltigen Stadtteil transformiert, der ein Stück Natur zurück in die Stadt bringt. In Kooperation mit der Stadtverwaltung entsteht in Utrecht ein nahezu energieneutrales und grünes Areal, um bis zu 12.000 Bewohnerinnen und Bewohnern ein gesundes Leben in der Stadt zu ermöglichen.

Seite 26

Starkes Stück NRW: Staatssekretär lobt Wohnpark

Stadt Bottrop realisiert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Reihenhaus AG und Innovation City Ruhr ein zukunftsfähiges Stadtquartier für junge Familien

Heute spielen bis zu 100 Kinder auf einem gemeinschaft- lichen Spielplatz genau dort, wo vor zehn Jahren noch die Groß-Schreinerei Brockmann ein industrielles Herzstück des Bottroper Stadtteils Boy bildete.

Seite 30

Learning by doing: Die Stadtretter

Wie Deutschlands Innenstädte durch mutige Lösungen und offenen Austausch zu neuem Leben erweckt werden

Eingebunden: Kurzinterview mit Stefan Müller-Schleipen, Geschäftsführer der immovativ GmbH und Gründungsmitglied der Initiative „Die Stadtretter“

Das Geschäft erschien fast endlos mit seinen Schaufenstern im Erdgeschoss und seinen Spiegelscheiben im Zwischenstock, hinter denen man geschäftiges Treiben beobachten konnte. Es war ein riesiger Jahrmarkt. Das Geschäft schien vor Überfülle zu bersten und seinen Überfluss auf die Straße ausschütten zu wollen.

Seite 34

Die Stadt als letzte analoge Ikone

Über das emotionale Epizentrum unserer Stadtgesellschaft

Meinungsbeitrag von Andreas Reiter

Corona rückt massiv ins kollektive Bewusstsein, was unzählige Kongresse und Handels-Tagungen seit Jahren nur im Kleinen vermochten: unsere Innenstädte – bedroht von E-Commerce, vom Aussterben, von gähnender Leere. Das Loch in der Mitte der Stadt-Gesellschaft. Aber: Never waste a good crisis! Noch nie waren die Chancen auf einen resilienten Umbau, auf eine Adaptierung der europäischen Innenstadt so groß wie jetzt.

Seite 36

Othalo

Plastik – Recycelt und neu interpretiert

Vor drei Jahren beschloss der Norweger Frank Cato Lahti, sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. Seine bescheidene Ambition war es, eine Antwort auf drei weltbewegende Fragestellungen zu finden – die unverhältnismäßige Produktion von Plastikmüll, die Wohnungsnot vieler Regionen und der weltweite Mangel an „fairen“ Arbeitsplätzen. Im Rahmen der Gründung seines Start-Ups Othalo entwickelte Lahti eine Technologie, die es ermöglicht, Bauelemente aus 100 % recyceltem Plastik herzustellen.

Seite 38

Erde zu Erde

Über die Endlichkeit menschlicher Existenz und die Möglichkeit, Ihr einen besonderen Raum zu schenken

Isabel Hamm ist eine Designerin, die sich seit vielen Jahren hauptsächlich mit Leuchten beschäftigt. Hauptberuflich stattet sie weltweit unter anderem Hotels, Privathäuser, Geschäfte und Residenzen von Botschaften mit ihren Leuchten aus. Sie sind gleichsam außergewöhnliche Licht- wie Kunstobjekte. Im Jahr 2012 hat die Kölnerin, die zunächst als Keramikerin ausgebildet wurde und u. a. auch an dem renommierten Royal College of Art in London einen Master of Arts in Keramik und Glas absolvierte, das Projekt Erde zu Erde ins Leben gerufen, das sich auf die Anfertigung von Urnen konzentriert.

Seite 40

Corona-Folgen für die Immobilienmärkte

Erhebliche Auswirkungen betreffen nicht alle Nutzungsarten

Gastbeitrag von Dr. Andreas Mattner, Präsident Zentraler Immobilien Ausschuss

Die Innenstädte in Deutschland sind infolge der Corona-Krise in großer Gefahr, ihre Attraktivität zu verlieren. Förderkonzepte müssen in Zukunft viel treffsicherer sein.

Seite 42

Entwurf eines Gesetzes zur Mobilisierung von Bauland

Rechtsbeitrag von Dr. Jur. Cornelia Wellens (CBH Rechtsanwälte)

"Die mangelnde Flächen- verfügbarkeit ist nicht nur ein Problem im Hinblick auf Grundstücke für Wohnbau­ oder sonstige Vorhaben. Vielmehr erfordert die Errichtung von Vorhaben auch den Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft, wofür wiederum Flächen gefunden werden müssen."

Seite 44

Veränderung meistern

Neue Stadtgestaltung mit Zielbild, Ideenmeisterschaft und Placemaking

Gastbeitrag von Julia Erdmann und Indra Musiol

Wer in Zeiten der Transformation zukunftsfähige Orte schaffen will, braucht den Mut, gewohnte Pfade zu verlassen. Das Projektteam von Hammerbrooklyn hat sich mit Julia Erdmann Socialtecture (JES) auf den Weg gemacht, mit Socialtecture-Methoden und -Prozessen ein neues Stück Stadt zu gestalten.

Seite 48

Business

News

Seite 50

Urban Gallery

Charaani Stairs

Wie Kunst einen Stadtteil wiederbeleben kann

In der libanesischen Stadt Tripolis hat das Projekt Charaani Stairs unter Einbezug der lokalen Bevölkerung ein prekäres Viertel deutlich aufgewertet. Der Transformationsprozess in einen ansprechenden öffentlichen Raum stärkt nicht nur das Sicherheitsgefühl der Einwohnerschaft, sondern auch den sozialen Zusammenhalt. Dabei spielt die urbane Kunst eine wichtige Rolle.

Seite 54

Patient: Stadt

Warum der Lebenswert unserer Städte bedroht ist – und was wir tun können, um ihn zu retten.

Gastbeitrag von Julia Heun (ULI)

„Eine Stadt ist nach meiner Definition dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. [...] Wenn sich auf ihren überschaubaren Plätzen und Gassen wieder Menschen begegnen können. Darin besteht schließlich die Idee einer Stadt.“ Dieses zeitlose Zitat des renommierten Stadtplaners Jan Gehl verliert nicht nur nie an Bedeutung, sondern gewinnt durch die mit der Corona-Pandemie verursachten Restriktionen sogar an Relevanz.

Seite 56

Urban

News

Seite 58

Meine Wohnung, deine Wohnung

Eine Koordinierungsstelle organisiert Wohnungstausch in Potsdam

Durchhaltevermögen und Kompromissbereitschaft – diese Eigenschaften sind für Wohnungssuchende in Städten unumgänglich. Mit der Koordinierungsstelle Wohnungstausch startete das kollektiv stadtsucht im September ein Experiment, um den Potsdamerinnen und Potsdamern die Wohnungssuche zu erleichtern. Die Durchführung des Projekts wird durch die Landeshauptstadt Potsdam gefördert.

Seite 60

Wie sehen Parks der Zukunft aus?

Eine nachhaltige Planungsgemeinschaft betreibt zukunftsweisende Stadtentwicklung

Nicht selten entsprechen bei großmaßstäblichen Städtebauprojekten die realisierten Entwürfe nicht den Vorstellungen der involvierten Bürgerschaft. Die Arbeitsgemeinschaft PARKS setzt an diesem Punkt an und übernimmt sowohl die Rolle der Planerin auf Augenhöhe als auch die der Vermittlerin zwischen den verschiedenen Interessensgruppen.

Seite 62

High-Tech im Tante Emma-Laden

Eine innovative Einkaufsmöglichkeit für Altengottern

Eine der modernsten und außergewöhnlichsten Einkaufsmöglichkeiten des Landes befindet sich derzeit in einem kleinen Dorf mitten in Thüringen, etwa 50 km von Erfurt entfernt. Zu jeder beliebigen Uhrzeit können sich hier die Dorfbewohner mit sämtlichen Artikeln des täglichen Bedarfs eindecken, ohne an Öffnungszeiten gebunden oder auf ein Auto angewiesen zu sein.

Seite 64

Design

News

Jetzt polis Abo sichern!

polis Magazin im abonnement

Genießen Sie die Vorteile des polis Magazin Abos. Vier mal im Jahr bekommen Sie die druckfrischen Ausgaben bequem nach Hause oder in Ihr Büro geliefert. Die ergänzenden Sonderausgaben sind selbstverständlich im Abo inkludiert. Das polis Magazin besticht durch seine hohe Qualität und sein außergewöhnliches Design. Überzeugen Sie sich selbst!

Sichern Sie sich ab sofort das polis Magazin im Abo.

04/2020
Im Abo* 96 € / Jahr (4 Hauptausgaben + 4 Sonderausgaben inkl. Versand) | Studenten** 80 € / Jahr (4 Hauptausgaben + 4 Sonderausgaben inkl. Versand)
Einzelausgabe 15 €

Jetzt bestellen

* Abo: Das polis Magazin erscheint vier Mal im Jahr. Das Abonnement gilt für den Zeitraum eines Jahres, es ist spätestens drei Monate vor Ablauf schriftlich kündbar, ansonsten verlängert es sich automatisch um ein weiteres Jahr. Das polis Magazin kostet im Abo derzeit 96 € / Jahr (4 Hauptausgaben + 4 Sonderausgaben inkl. Versand) inkl. MwSt., die Zahlung erfolgt gegen Rechnungsstellung und ist innerhalb von 14 Tagen nach Eingang fällig.

** Studenten: Als Student haben Sie die Möglichkeit, das polis Magazin zum Vorzugspreis von derzeit 80 € / Jahr (4 Hauptausgaben + 4 Sonderausgaben inkl. Versand) inkl. MwSt. zu abonnieren. Nach Abschluss des Abos werden Sie aufgefordert, uns eine aktuelle Studienbescheinigung als .pdf-Datei zu schicken. Das polis Magazin erscheint vier Mal im Jahr. Das Abonnement gilt für den Zeitraum eines Jahres, es ist spätestens drei Monate vor Ablauf schriftlich kündbar, ansonsten verlängert es sich automatisch um ein weiteres Jahr. Die Zahlung erfolgt gegen Rechnungsstellung und ist innerhalb von 14 Tagen nach Eingang fällig.