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RESISTANCE Kein Widerstand, keine Lösung

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03/2020

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RESISTANCE Kein Widerstand, keine Lösung

03/2020

Es steht außer Frage, dass auch unsere redaktionelle Arbeit durch den Verlauf dieses bislang sehr ungewöhnlichen Jahres maßgeblich beeinflusst wurde. Nach unseren ersten beiden polis Ausgaben CHANGES und SERENITY setzen wir mit dieser dritten Ausgabe eine deutliche Zäsur:

RESISTANCE.

Während des Zweiten Weltkrieges subsummierten sich hierunter die französischen, luxemburgischen und belgischen Widerstandsbewegungen, die sich nicht nur gegen den Nationalsozialismus stellten, sondern auch gegen die mit der deutschen Besatzungsmacht kollaborierenden inländischen Institutionen und Bevölkerungsgruppen. Während sich dieser Widerstand gegen politische Parasiten richtete – deren Auswüchse im Übrigen auch wir als nachfolgende Generationen kontinuierlich unterbinden müssen – versuchen wir aktuell gegen ganz verschiedene schädliche Einflüsse unserer Umwelt resistent zu werden oder zu bleiben.

Sofern wir Stadt als Organismus betrachten, gilt es solche Strukturen zu entwickeln, die entweder so agil und flexibel sind, dass sie sich den stetig wandelnden Lebensbedingungen und –bedürfnissen der Einwohnerinnen und Einwohner anpassen können oder die in sich bereits so „widerstandsfähig“ sind, dass sie sich als zeitlos tauglich erweisen. Inmitten des Pools voller Möglichkeiten, erfährt der Wert der Beständigkeit eine echte Renaissance. Es scheint als sehnten wir uns beinahe nach Halt und Orientierung, die uns in diesen unvorhersehbaren Zeiten versagt bleiben.

Im Stadtbild zeigt sich dies z. B. in Form von architektonisch ansprechenden Gebäuden in Holzbauweise, die in der Riege der puristischen Kuben, genauso wie aufwändig sanierte Altbauten, eine willkommene Zäsur setzen und unseren Städten wieder individuelle Gesichter verleihen. Im Stadtleben besinnen wir uns zurück auf den Wert der echten Kommunikation, auf die Qualität attraktiver öffentlicher Plätze sowie auf die sinnvolle Nutzungsmischung von Wohnen, Arbeiten und Leben. Back to the roots. Sofern es uns künftig dann auch noch gelingt, Digitalisierung nicht mehr als Allheilmittel, sondern lediglich als nützliches Werkzeug zu betrachten, das einige unserer alltäglichen Prozesse erleichtert, sind wir auf einem guten Weg, unser urbanes Leben im positiven Sinne widerstandsfähig zu gestalten.

Inhalt

RESISTANCE

Seite 03

Editorial

INHALT

Seite 06

Float

Ein wellenförmiger Inkubator für Shenzhen

Am Eingang des neuen Geschäftsviertels, das derzeit im Rahmen des Shenzhen Bay Super HQ Masterplans im Süden Chinas entwickelt wird, entsteht mit der Shenzhen Waves eine einzigartige neue Landmarke, die sinnbildlich für die digitale Revolution der 12,5 Millionenstadt Shenzhen steht.

Seite 08

Blossom

Arbeit und Erholung in der Blüte des Orchideenbaums

Die chinesische Megametropole Hongkong ist wahrscheinlich eine der lebendigsten und vielseitigsten Städte der Welt. Die Sehnsucht einer hart arbeitenden Bevölkerung nach einer attraktiven Oase der Ruhe und Erholung soll zukünftig mit dem Projekt 2 Murray Road erfüllt werden, bei dem es sich um weitaus mehr als nur einen Büroturm handelt.

Seite 10

Hope

Gedenkstätte für die Opfer der Pandemie

Das Uruguayer Design- und Architekturbüro Gómez Platero entwirft mit dem großformatigen „World Memorial to the Pandemic“ die erste Gedenkstätte für Opfer weltweiter Pandemien. Als kulturhistorisches Denkmal soll die Stätte an der Küste Uruguays den Menschen künftig als Ort der Selbstreflektion, Trauer und Hoffnung dienen.

RESISTANCE

Seite 12

News

INHALT

Seite 14

Städte zum Leben

Die Nachhaltigkeit der Stadt betrifft nicht nur Häuser und Straßen, sondern vor allem ihre Bewohner

Grundsatzbeitrag von Patrick Stremler

Die Karten werden neu gemischt. Die Stadt, wie wir sie kennen, scheint schon wieder ausgedient zu haben. Klima- und Mobilitätswandel, Virus-Pandemie, Digitalisierung und die Wiederentdeckung der Individualität wecken unsere Sehnsucht nach einer Stadt mit mehr Lebensqualität. Wir brauchen nun Mut zur Veränderung, um Investitionen wieder langfristiger zu denken. Der nachhaltige Erfolg einer Entwicklung stellt sich dann ein, wenn auch folgende Generationen davon profitieren.

Seite 16

In harmony with nature

How a coherent and natural design creates the most powerful strategy and solution for the neighborhood as a whole

An interview with Flemming Rafn, Co-Founder and Partner at TREDJE NATUR

“We strongly believe that a lot of solutions can be actually drawn from nature because we see the urban metabolism as a kind of ecosystem in which all parts communicate with each other and have the potential to form a strong and sustainable whole. As a result, we consider architecture, climate and resources as integrated parameters in our design process.”

Seite 20

Früher Zeche – heute lebendiges Stadtquartier

Das Kreativ.Quartier Lohberg in Dinslaken

Gastbeitrag von Stephan Conrad

„Neben der Integration des ehemaligen Zechenareals mit den unterschiedlichsten Entwicklungsclustern von Wohnen, Gewerbe, Dienstleistung sowie Freizeit und Erholung in den gesamtstädtischen Kontext, ergänzten die Verantwortlichen die Gesamtprojektplanung um ein dezentrales und nachhaltiges Energiekonzept.“

Seite 24

New Work und New Life im urbanen Holz-Hochhaus

Grüne flexible und widerstandsfähige Kreativgewächshäuser als sichere Zukunftsinvestition

Gastbeitrag von Catharina Enderlein und Andreas Lerge

Internationale Unternehmen wie Swatch in der Schweiz oder global agierende deutsche Unternehmen wie Siemens und Vattenfall haben den Wandel längst erkannt und agieren vorausschauend. Sie besinnen sich auf eine neue, ressourcenschonende Art des Arbeitens und Bauens. Warum? Angesichts der komplexen Herausforderungen durch die Corona- und Klimakrise, einer zunehmenden Digitalisierung und einem neuen Verständnis von ganzheitlichen, effektiven Prozessen, unterzieht sich die Arbeitswelt einem radikalen Wandel.

Seite 26

Auf Vertrauen bauen

Warum das junge Makler-Unternehmen Paul & Partner Real Estate auf alte Werte setzt

Im Gespräch mit Maximilian Seil, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer von Paul & Partner Real Estate

„Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, alle Suchprozesse zu digitalisieren und stellen stattdessen den persönlichen Kontakt in den Vordergrund (...). Wir legen größten Wert darauf, den Kunden ‚bei uns‘ zu haben, d. h. genau zu wissen, was er wann und wie braucht.“

Seite 30

Intelligente Vernetzung

Smarte Technologien sorgen für Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit

Smarte Technologien entwickeln sich rasant weiter. Gira und Schüco zeigen gemeinsam die fast unbegrenzten Möglichkeiten intelligent vernetzter Gebäudetechnik. Und bieten Architekten, Projektentwicklern, Gebäudenutzern und Bauherren die not- wendige Orientierung, Planungssicherheit und Unterstützung.

Seite 32

Resilience

Innenstädte sind widerstandsfähiger, als es scheint

Meinungsbeitrag von Eike Becker

Weinerliche Kommentare zu sterbenden Innenstädten, zerbrochenen Fensterscheiben am Markt von Lüdenscheidt, geschlossenen Kaufhäusern in der ganzen Republik, sind gerade wieder leicht zu finden. In Berlin lässt sich der Senat die Genehmigung diverser Hochhäuser abpressen und feiert dafür die vorübergehende Offenhaltung von vier maroden Kaufhäusern, als wäre es die Champions League. Das Ende der deutschen Städte, ja der Europäischen Stadtzivilisation scheint gekommen.

BLACK BOX

Seite 34

Champions do not quit and quitters do not win

Shaul Ladany is the embodiment of resistance. Although his life journey consists of incredible ups and downs the 84-year-old remains positive

Interview mit Shaul Ladany

“The Holocaust formed my character and my strong will: the will to be able to absorb punishment, pain and lack of comfort. Maybe the sports simply helped me to succeed.”

ZIA

Seite 38

Auf ins Quartier

Eine lebendige Nutzungsmischung lässt die Stadt der kurzen Wege Realität werden

Gastbeitrag von Dr. Andreas Mattner, Präsident Zentraler Immobilien Ausschuss

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, appelliert in einem aktuellen Positionspapier an Politik, Kommunen und Immobilienbranche, bei der künftigen Planung und Entwicklung von Städten den Quartiersgedanken in den Fokus zu rücken.

RECHT

Seite 40

Das Bauland-Mobilisierungs-Konzept

Nur durch die Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen wird es künftig möglich sein, dem Bedarf an Wohnraum gerecht zu werden.

Rechtsbeitrag von Dr. Tassilo Schiffer

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist klar, dass eine der Stellschrauben für bezahlbaren Wohnraum der Preis für verfügbares Wohnbauland ist. Infolgedessen sieht das Innenministerium eine Änderung des BauGB sowie der BauNVO vor.

INHALT

Seite 42

Unterwegs auf dem Holzweg

Tradition trifft Zukunft

In der polis Ausgabe 01/2018 wurde das erste Bauvorhaben der „Nordkante modernes Bauen mit Holz GmbH & Co. KG“ vorgestellt. Vorrangiges Ziel dieses Joint Venture ist der Bau von Mehrfamilienhäusern in Holzbauweise. Dabei stand die Lage des Grundstücks in einem Baugebiet in Hamburg Pate für den Namen des Pilotprojektes in moderner Holzhybrid-Bauweise: Nordkante.

INHALT

Seite 46

polis Keynotes Bremen

Die Zukunft der Logistikimmobilie

Für die Versorgung von morgen

Anfang September lud die WFB Wirtschaftsförderung Bremen zu den dritten polis Keynotes in Bremen ein, die aufgrund von Corona in den virtuellen Raum verlagert wurden. Digital, aber nicht weniger spannend, drehten sich die Impulsvorträge und Diskussionen dieses Mal rund um die Zukunft der Logistikimmobilien.

BUSINESS

Seite 48

News

URBAN GALLERY

Seite 50

Wir wollen bleiben

Chinas Nagelhäuser sind Zeugnis des Widerstands der kleinen Leute gegen renditengetriebene Projektentwickler

Landwirt Luo Baogen und seine Ehefrau hatten sich ihr Leben sicherlich anders vorgestellt. In der ostchinesischen Provinz Zhejiang stand einst ihr Zuhause, ein fünfstöckiges Haus, das sich weigerte einer breiten Ausfallstraße zum neuen Bahnhof von Wengling Platz zu machen – zu groß war die Heimatliebe der Baogens und zu gering die ihnen angebotene Entschädigung. Die Chinesen bauten die Straße kurzerhand drum herum.

ULI

Seite 54

Künstliche Intelligenz als Treiber für Nachhaltigkeit

Neue Technologien für die nachhaltige Bauindustrie

Gastbeitrag von Will Cavendish

Weltweit wachsende Bevölkerungszahlen und die fortschreitende Urbanisierung machen sowohl die Modernisierung als auch den Neubau von Gebäuden und Infrastrukturen notwendig. Bereits heute verursachen der Bau und Betrieb der gebauten Umwelt 70% der Treibhausgasemissionen. Da dies weder ökologisch vertretbar noch bezahlbar ist, braucht es innovative Lösungen für die Gebäude und Städte von morgen.

URBAN

Seite 56

News

URBAN HEROES

Seite 58

Gründerzeitfabrik als Ort kreativen Schaffens

Wie die Kreativwirtschaft Leipzigs Bestand widerstandsfähig macht

Zahlreiche Städte sind geprägt durch anhaltenden Leerstand und Verfall historischer Bestandsbauten – eine Sanierung ist oftmals zu teuer, der Aufwand zu groß. Andererseits fehlt Kunstschaffenden der Platz für gut ausgeleuchtete sowie geräumige Arbeitsorte, um sich in ihrem Schaffen auszuleben. Hier kommt das Tapetenwerk ins Spiel: Die ehemalige Tapetenfabrik im Leipziger Westen bietet Kreativen Arbeitsräume mit Industriecharme und sorgt für eine sinnvolle Umnutzung.

Seite 60

Gesellschaftliches Engagement auf höchstem Niveau

Die Stadtteilbibliothek Köln-Kalk zeigt wie die Bibliothek der Zukunft wirken und aussehen kann

Im Kölner Osten eröffnete 2018 nach nur 14 Monaten Bauzeit eine der modernsten und vielschichtigsten Bibliotheken in Deutschland. Rund zwei Jahre später ist die Stadtteilbibliothek Köln-Kalk im Quartier angekommen und zum Dreh- und Angelpunkt für einen allgemeinen Transformationsprozess in dem ehemaligen Industriegebiet geworden.

Seite 62

Berliner Stadtkultur unter freiem Himmel

Wie eine neue Plattform den urbanen Außenraum kulturell erlebbar macht

Zu Zeiten der Corona-Pandemie gibt es zahlreiche Initiativen, um lokale Kulturschaffende zu unterstützen. Im Juli 2020 kam in Berlin eine weitere bemerkenswerte Förderung hinzu: Im Senat wurde beschlossen, sieben Millionen Euro für künstlerische Projekte im Stadtraum zur Verfügung zu stellen. Daraus ging die Initiative DRAUSSENSTADT hervor, die ab Oktober eine neue Plattform für Berliner Stadtkultur im Freien schaffen will.

DESIGN

Seite 64

News

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